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Russ schrieb an Potsdams Regierungschef Platzeck

FDP Politiker reibt sich an Vokabular des Ministerpräsidenten

Meckenheim/Potsdam.

Joachim Russ schrieb an Matthias Platzeck (SPD). Den Ministerpräsidenten der rot-roten Landesregierung in Brandenburg kritisierte er wegen dessen Kommentierung der zwanzig Jahre deutsche Einheit. Platzeck hatte vom "Anschluss" der damaligen DDR gemäß Artikel 23 des Grundgesetztes an die Bundesrepublik gesprochen. "Diese Vokabel aus dem Jahre 1938, als der wirklich problematische und zu verurteilende Anschluss von Gebieten an das Reich stattfand, passt überhaupt nicht und enttäuscht." Russ erinnerte an die Stationen des 1953 geborenen SPD Politikers. Der gebürtige Potsdamer hatte in Klein-Machnow das "DDR Abi gebaut", in Ilmenau studiert und in Karl Marx Stadt, dem heutigen Chemnitz gearbeitet. Später hießen seine Berufsstationen Bad Freienwalde und Potsdam. "Sie waren noch nicht 36 Jahre, als die Mauer fiel", schrieb Russ. "Dass Sie den Komplettumzug der Ministerien von Bonn nach Berlin fordern, sei dahingestellt. Das Bonn Berlin Gesetz des Bundestages spricht sowieso dagegen. Aber dass Sie mit Anschluss etwas bezeichnen, wofür ihre DDR Mitbürger mutig ihre körperliche Integrität aufs Spiel gesetzt haben und was gottlob unblutig ausging, ist blamabel."

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